Tag der offenen Tür 2006

Der Holzwurm ist hier oben das Lieblingstier

Das Kinder‑ und Jugendzentrum auf dem Boxberg lud zum Tag der offenen Tür – Eine wichtige Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche

Boxberg. Das älteste und kleinste Jugend­zentrum der Stadt gab sich jetzt die Ehre. „Holzwurm”, das evangelische Kinder und Jugendzentrum Boxberg präsentier­te sich mit einem Tag der offenen Tür inte­ressierten Besuchern. „Der Laden läuft” sagte Ingo Smolka, Leiter der Einrich­tung. „in den Wintermonaten haben wir 50 bis 60 Kinder und Jugendliche pro Tag hier.” Viele der Jüngeren ständen schon eine Stunde vor der regulären Öffnungszeit um 14 Uhr vor der Tür.

Was Smolka schmeicheln müsste, ist tatsächlich ein Problem, denn die Kinder kommen direkt nach der Schule oft ohne Mittagessen ins Jugendzentrum. In vielen Familien arbeiten tagsüber beide Eltern. Der “Holzwurm” ist auf dem Boxberg die einzige Anlaufstelle seiner Art. Trotz enger Zusammenarbeit mit den beiden Jugendzentren im Emmertsgrund, gingen wenige Jugendliche in eines der benachbarten Zentren, berichtete der Leiter.

Gemessen an der Mitarbeiterzahl, Ingo Smolka ist mit einer halben Stelle der einzige Hauptamtliche, ist das Angebot des Holzwurms auch vergleichsweise üppig. Zum Werken, Basteln, Töpfern und Tanzen kommen die Kinder gern. In den Ferien gibt es immer ein Programm.

Die Älteren finden eher Gefallen am Gruppenraum, der mit Tischtennisplatte, Tischkicker und Billard ausgestattet ist. Besonders beliebt sind das Internetcafe und die Internetkurse. An einem Nachmittag der Woche sind die Computer für Bewerbungen und die Jobsuche reserviert. Mehrmals im Jahr laden die Jugendlichen auch Erwachsene zu einem Internetkurs ein und zeigen, wie sie sich im weltweiten Datennetz zurechtfinden. Der Einladung zum Tag der offenen Tür waren nicht nur zahlreiche Jugendliche, Eltern und Gemeinderäte gefolgt. Auch, Sozialbürgermeister Joachim Gerner, der Bundestagsabgeordnete Lothar Binding, und die Oberbürgermeisterkandidaten Jürgen Dieter, Eckart Würzner und Caja Thimm machten sich ein Bild vom Zentrum. Das bot eine Möglichkeit für Smolka, direkt zu erklären, dass mit nur einem hauptamtlichen Mitarbeiter, und ein bis zwei Honorarkräften der Ansturm auf den “Holzwurm” kaum zu bewältigen ist. Die Stadt finanziert die Personalkosten und Sachaufwendungen des Zentrums, während die evangelische Stadtsynode Heidelberg für die Instandhaltung der Räume sorgt. Ingo Smolka träumt aber nicht nur von mehr Zeit, die er für die Kinder und Jugendlichen hat. Er setzt sich dafür ein, gemeinsam mit der evangelischen Gemeinde, die das Haus jetzt schon mit dem “Holzwurm” teilt, eine Begegnungsstätte für Jung und Alt einzurichten» Die Kirchengemeinde und auch die Gemeinderäte der Stadt stehen dem Vorschlag sehr offen gegenüber, berichtete Smolka. Allein es fehlen die nötigen Mittel dazu.

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