Stadtteilkonzert: Wenn Bach und Clapton ein Stelldichein haben..

Dann kann es sich nur das jährliche Stadtteilkonzert des Stadtteilvereins Heidelberg-Boxberg mit dem Orchesterverein Heidelberg-Handschuhsheim handeln. Den Übergang von J. S. Bach zu Jesus Christ Superstar, dem Musical, dass durch die Art der Darstellung biblischer Inhalte bei seiner Uraufführung Proteststürme und Skandale auslöste, gelingt dem Orchesterverein mit Leichtigkeit. Simone Brox und Tina Häfner gelingt es immer wieder mit Hintergrundinformationen, dem Publikum das dargebotene Programm näher zu bringen und die Werke in einen unerwarteten Zusammenhang zu stellen. Wer denkt etwa daran, dass der Walzer, der im 18 Jahrhundert in Bayern und Österreich entstand, ähnlich wie das Musical Jesus Christ Superstar in seiner Zeit ein Skandaltanz war – führte er doch durch seine enge, schnelle Tanzweise zu einer ungesunden Überhitzung der Tänzer. Aber dem Siegeszug des Tanzes tat diese ansticht zeitgenössischer Ärzte keinen Abbruch auch heute ist der Walzer noch immer der repräsentativste Tanz.

Erinnerungen an die Jahre des deutschen Wirtschaftswunders und die damit verbundene Italienreiselust weckte das Italian Festival mit Melodien Gerhard Winklers. Mit Melodien des eines der besten Gitarristen der Rockmusik – spielte der Orchesterverein unter dem Titel „The Cream of Eric Clapton“. Natürlich fehlte nicht der bekannte Titel „Tears of heaven“ mit dem Clapton den frühen Tod seines Sohnes zu verarbeiten suchte.

Stets mit einem Blick auf die helle Seite des Lebens – egal ob es gerade bergauf oder mal bergab geht, zu bewahren empfahl sich mit „Always look on the bright side of life“. „Sometime stupid“ einst von Frank Sinatra im Duett mit seiner Tochter Nancy gesungen, zählte zu einem der größten Welterfolge des Schauspielers und Sängers. Ähnlich erfolgreich ist eine deutsche Band aus Pforzheim, die insbesondere auch Menschen in Fernost zu ihren Fans rechnen kann. Die Gruppe Fouls garden landete mit Lemon tree 1996 ihren größten Hit. Mit einem musikalisch Portrait Andrew Lloyd Webbers endete das Konzert, das das Publikum in der vollbesetzten Waldparkhalle zu standing ovations veranlasste.

Die Zugabe – Das Badnerland- vereinte das sangeskräftige Publikum mit den Musikern in einem fröhlichen Abschied. (pt)