Preisverleihung: Gewalt widerstehen

„Viele Jugendliche finden Gewalt „cool”, weil sie dadurch hoffen, das zu kriegen, was sie wollen und Respekt dazu. Das, was die Leute ihnen aber entgegen bringen ist kein Respekt, sondern eher Angst. Sie haben Angst davor, das nächste Opfer zu werden und das ist ganz und gar nicht witzig!” So äußert sich Sabine Ochsner, die mit ihrer Geschichte „Gewalt in der Familie” den ersten Preis gewann. Während der Sicherheitswoche der Polizeidirektion Heidelberg wurden die Ergebnisse des Wettbewerbs, zu dem das Ev. Kinder- und Jugendzentrum „Holzwurm” und der IB-Treff Miteinander aufgerufen hatten, erstmalig ausgestellt. Am 4. Juli 2005 ermittelte die Jury – Rolf Kempf (Bürgerbeauftragter für den Emmertsgrund), Andreas Herth (Polizeiposten Emmertsgrund), Ingo Smolka (Ev. Kinder- und Jugendzentrum „Holzwurm”) und Griseldis Kumm (IB-Treff Miteinander) – die Preisträger. Der Präventionsverein „Sicherheid e.V.” finanzierte die Bilderrahmen und die Preise für die engagierten Jugendlichen. Die Geschichte „Gewalt unter Freunden” von Erkut Leventdurmus kam auf Platz zwei. Mit ihren ausdrucksstarken Plakaten „Reden statt Schlagen!” und „ Überleg doch `mal!” belegten Konstantin Triller und Valentina Moska Platz 3 und 4.

Die Bilder und Texte waren seither im IB-Treff Miteinander und im Jugendzentrum „Holzwurm” zu sehen. In einer Geschichte heißt es: „Ich habe selber meine Erfahrungen mit Gewalt gemacht und habe daraus gelernt, dass Gewalt nicht der richtige Weg ist.” Alle Jugendlichen teilen allerdings nicht diese Meinung. Es gibt noch genug Jungen, die eine Konfliktregelung mittels Schlägerei in Ordnung finden. Auch Mädchen sind dazu bereit, als erste zuzuschlagen, wenn sie sich zurückgesetzt und benachteiligt fühlen. Während der Arbeit an den Ausstellungsstücken wurde viel über Gewalt im Alltag von Jugendlichen gesprochen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Erwachsenen oft genug selbst keine friedlichen Mittel einsetzen, um Konflikte zu lösen. Viele Jugendliche konsumieren täglich eine Flut gewalttätiger Bilder im Fernsehen und im Internet. Die Bedingungen sind also nicht so, dass Jugendliche allein durch das bloße Zuschauen im Alltag Wege zur friedlichen Konfliktlösung erlernen könnten. Deshalb können wir uns besonders darübe rfreuen, wenn bereits einige Jugendliche zur Einsicht gelangt sind, dass eine Auseinandersetzung mit gewalttätigen Mitteln zu Gegengewalt und langfristig zu Verlusten auf beiden Seiten führt. (Griseldis Kumm)

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